03.08.2017

Förderschungel behindert die Wärmewende

Egal ob Öl-, Gas- oder Holzheizung – mit moderner Heiztechnik lassen sich schnell bis zu 30 Prozent Energie und Heizkosten sparen.

  • 1,8 Mio. Hessen nutzen Heizöl
  • Holzpellets zu Jahrestiefpreisen
  • Wärmewende gelingt mit moderner Technik, CO2-Kompensationen und innovativen Brennstoffen

 

Im Sommer ist das Heizöl günstig. Diese Faustregel gilt längst nicht mehr. Förderdrosselungen, Lagerbestände, Konjunkturdaten oder der Euro-Kurs steuern den Heizölpreis unabhängig von der Jahreszeit. „Aktuell liegen die Heizölpreise wieder etwas höher. Die geringeren Exporte aus den OPEC-Staaten machen sich hier bemerkbar. Der starke Euro-Kurs gleicht diese Entwicklung nur geringfügig aus“, erklärt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. Aktuell zahlen Heizölkunden in Hessen etwa 57 bis 58 Cent/Liter bei einer 3.000-Liter-Order. „Das ist immer noch recht günstig im Vergleich zu den Heizölpreisen der letzten fünf Jahre“, so Bernd Schilly, hessischer Energiehändler und Mitglied im VEH.

 

Die weitere Entwicklung ist nur schwer abzusehen. Bei Preisen ab 50 Dollar je Barrel Mineralöl werden viele Förderstätten in den USA wieder lukrativ. Das könnte wie in den vergangenen Monaten schon eine Gegenbewegung einleiten. „Wer mit Holzpellets heizt, kann jetzt allerdings getrost bestellen“, versichert Schilly. Die Preise sind seit März kontinuierlich gefallen und liegen jetzt etwa bei 230 Euro je Tonne.

 

Förderdschungel behindert Modernisierungen

Wer unabhängig vom Energiepreis dauerhaft sparen will, prüft am besten sein Heizsystem. Ist es 20 Jahre oder älter, empfiehlt sich meistens eine Modernisierung. Im Sinne der Energiewende kann diese sogar staatlich bezuschusst werden. Hans-Jürgen Funke sieht die Vielzahl an Förderrichtlinien, fördernden Institutionen und Informationsangeboten auf Bundes- und Landesebene jedoch kritisch: „Dieser Förderdschungel stiftet bei den Hausbesitzern immer mehr Verwirrung. Anstelle fortlaufend neuer Richtlinien sollten erfolgreiche Ansätze bundeseinheitlich geregelt werden, bspw. über eine steuerliche Absetzbarkeit.“

 

Dieses Ziel verfolgt auch das Bundeswirtschaftsministerium mit seiner neuen Förderstrategie. Darin sieht es aber auch vor, bspw. Förderungen für Heizungsmodernisierungen mit effizienter Brennwerttechnik mit Öl oder Gas bis 2020 auslaufen zu lassen. „Das setzt falsche Zeichen“, meint VEH-Mitglied Schilly und fährt fort: „Wir plädieren dafür, dass jede Modernisierung, die zur Treibhausgas­minderung beiträgt, gefördert wird. Die Modernisierung eines alten Ölkessels mit Öl-Brennwerttechnik kann bis zu 30 Prozent Energie einsparen. Das ist ein beachtlicher Beitrag zur Energiewende, den sich zudem viele Hauseigentümer noch leisten können. Eine solche Maßnahme als weniger wichtig oder richtig darzustellen, indem sie nicht mehr förderfähig sein wird, halten wir für kontraproduktiv.“

 

Brennwerttechnik, Hybridheizungen und innovative Brennstoffe für die Energiewende

Förderfähig sollen nach den neuen Regelungen ab 2020 nur Maßnahmen bleiben, die erneuerbare Energiequellen einbeziehen. „Eine Modernisierung mit Erneuerbaren ist sicherlich der Königsweg. Diese sind aber deutlich kostenintensiver als ein einfacher Kesseltausch“, gibt Funke zu bedenken. Dabei können moderne Brennwertkessel als Einstieg in die Energiewende nach und nach mit erneuerbaren Energien bspw. über eine Solarthermie­anlage kombiniert werden.

 

Eine Möglichkeit, Heizöl sofort CO2-neutral zu nutzen, ist die Kompensation der Emissionen durch Investitionen in internationale Projekte zur CO2-Minderung. Über einen Fonds oder ähnliche
Strukturen wird ein Teil des Kaufpreises bspw. dazu genutzt, Wälder aufzuforsten. Neben der Treibhausgasreduktion wird dadurch sogar zusätzlich Lebensraum geschaffen. Viele hessische Energiehändler bieten ihren Kunden diese Möglichkeit bereits heute an.

 

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