21.03.2022

Diversifizierung: Warum flüssige Energieträger unverzichtbar bleiben

  • Heizölpreis trotz leichtem Rückgang auf hohem Niveau
  • Notwendige Diversifizierung der Energieversorgung macht Flüssige Energieträger künftig unverzichtbar
  • Regenerativ hergestellte flüssige Energieträger brauchen schnellstmöglich Markthochlauf

Marktlage durch Krieg in der Ukraine weiterhin angespannt

Zu Beginn der fünften Woche des Krieges in der Ukraine bleiben die Zeiten sowohl für den Brennstoffhandel, aber besonders für die Verbraucher schwierig. Bereits vor Beginn des Krieges lag der Heizölpreis bei fast einem Euro pro Liter, danach schoss dieser bis zum 9. März auf ein Rekordhoch von 2,04€/l in die Höhe. Obwohl der Preis seitdem wieder etwas gesunken ist, bleiben viele Verbraucher verunsichert. „Hier können wir als Handelsverband nur versuchen zu beruhigen und zu informieren.“, sagt VEH-Geschäftsführer Hans-Jürgen Funke: „Wir haben es aktuell mit einer reinen Preiskrise, nicht aber mit einer Versorgungskrise zu tun.“, erläutert der Volkswirt. Weder gäbe es eine physische Verknappung auf dem Markt, noch sei die Versorgungssicherheit mit Heizöl gefährdet. „Daher raten wir den Verbrauchern dringend zur Besonnenheit. Hamsterkäufe sind der falsche Weg, wir empfehlen, nur so viel Heizöl zu kaufen, um bis zum Ende der Heizperiode versorgt zu sein. Sobald die Preise wieder deutlich sinken, können die Tanks für den nächsten Winter aufgefüllt werden.“, rät Funke.

Flüssige Energieträger für Zukunft des Wärmemarktes unverzichtbar

Die gegenwärtige Krise zeigt wie unter einem Brennglas, wie dringend notwendig ein Umdenken in der Ausgestaltung der deutschen Energieversorgung ist. „Das betrifft natürlich auch den Wärmemarkt und die Wärmewende.“, sagt Funke. „Bereits seit Jahren fordern wir hier eine technologieoffene Herangehensweise. Denn nur, wenn wir eine Vielzahl an Technologiepfaden für die Defossilisierung unseres Heizungsbestandes nutzen, können wir nicht nur die Klimaziele schneller erreichen, sondern auch eine Diversifizierung unserer Energiequellen. Das macht uns in Zukunft unabhängiger.“ Flüssige Energieträger sind einer dieser Technologiepfade und müssen es, so Funke, auch in Zukunft bleiben: „Die Vorteile flüssiger Brennstoffe im Wärmemarkt liegen auf der Hand. Sie besitzen eine hohe Energiedichte; gleichzeitig hat z.B. moderne Öl-Brennwerttechnik einen sehr hohen Wirkungsgrad von annähernd 100 Prozent. Der Brennstoff wird also nahezu vollständig in Energie umgewandelt. Hinzu kommt, dass flüssige Brennstoffe einfach in den eigenen vier Wänden zu lagern sind, was wiederum ein markt- und preisunabhängiges Heizen über längere Zeiträume hin ermöglicht. Besonders in Krisenzeiten ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber leitungsgebundenen Energieträgern.“, erklärt Funke und fügt hinzu: „Auf diese Vorteile darf in der Wärmewende nicht verzichtet werden, weshalb auch das System Ölheizung unbedingt eine längere Perspektive benötigt.“

Markthochlauf für GreenFuels schnell ermöglichen

Den bisherigen Fokus der Politik auf leitungsgebundene Energieträger und Wärmenetze hält Funke für unzureichend: „Wir müssen uns ganz klar von einem Entweder-oder-Denken verabschieden und uns mehr einem „sowohl als auch“ öffnen. Es gibt nun mal keine One-fits-all-Lösung für die Wärmewende. Dezentrale Wärmesysteme mit eigener Vorratshaltung können und müssen in Zukunft auf Basis flüssiger Brennstoffe eine entscheidende Rolle beim Erreichen der klimapolitischen Ziele spielen.“, erklärt Funke und weist gleichzeitig auf einen Lösungsansatz hin: „Fossiles Heizöl kann sukzessive durch biogene und synthetische Flüssigbrennstoffe ersetzt werden. Dies wird zunächst über Beimischungen passieren, wie wir es bereits auch bei Kraftstoffen im Mobilitätsbereich sehen. Später werden diese GreenFuels (auch BioFuels, Re-Fuels oder E-Fuels genannt) ihre fossilen Vorgänger vollständig ablösen.“ Die Technologie sei, so Funke, vorhanden und ausgereift: „Was es jetzt braucht, sind klare politische Weichenstellungen, damit diese GreenFuels Markthochlauf bekommen.“, fordert Funke. Darüber hinaus sei auch eine Importstrategie für grünen Wasserstoff zwingend notwendig. Dieser wird für die Produktion von GreenFuels benötigt. Die Herausforderung sei enorm, so Funke, jedoch zeigt er sich optimistisch: „Wir hoffen sehr, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass wir ohne GreenFuels unsere Klimaziele im Gebäudesektor verfehlen werden. Hier muss nun schnell und entschlossen gehandelt werden.“

Über den VEH

Der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte e. V. (VEH) vertritt die Interessen von rund 350 vorwiegend mittelständischen Mitgliedsfirmen aus dem Brennstoff- und Mineralölhandel. Die Mitgliedsunternehmen decken rund 80 Prozent des Marktvolumens aller im Verbandsgebiet ansässigen Händler ab – dies entspricht etwa einem Drittel des gesamtdeutschen Brennstoffmarktes.

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