15.08.2019

Fördergelder statt CO2-Steuer für die Wärmewende

Presseinformatiom zum Pressegespräch in Frankfurt am Main am 15.08.2019

Während die Energiewende im Stromsektor Erfolge verzeichnet, fehlen Lösungen für die Wärme- sowie die Verkehrswende. Der VEH spricht sich für effektivere Förderprogramme aus, um Verbrauchern zu helfen, die Energiewende mitzugestalten.

  • Über 50% der Ölheizungen in Hessen zu alt
  • VEH plädiert für Förderung von Modernisierungen und neuen  Technologien
  • Heizölpreise aktuell günstig

 

Fördern, fordern oder gar strafen? Politiker, Wirtschaftsakteure, Institute und Verbrauchervertreter ringen aktuell um den besten Weg, die Gesellschaft in Deutschland klimafreundlicher und damit vorrangig CO2-ärmer zu gestalten. Zuletzt befeuerten die Ergebnisse aus dem ARD-Deutschland-Trend die Debatte: Die Befragten bewerteten eine Regelung über erhöhte Preise auf Produkte, die CO2 erzeugen, als deutlich weniger sinnvoll, als die Förderung von Forschung und den Ausbau erneuerbarer Energien. „Diese Einschätzung teilen wir“, bestärkt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH), dieses Votum und erklärt: „Unsere Mitglieder vertreiben vorrangig Brennstoffe zur Wärmeerzeugung wie Heizöl oder Pellets – aber vielfach auch Benzin und Dieselkraftstoff. Dabei sehen wir, dass viele Verbraucher alte Heizungsanlagen nutzen – auch in Hessen. Hier ist gut die Hälfte der 500.000 Ölheizungen älter als 20 Jahre und müsste damit aus Effizienzgründen bspw. gegen einen modernen Brennwertkessel ausgetauscht werden.“ Bei Gasheizungen sehe das Verhältnis ähnlich aus, fügt Funke an und betont, dass eine Modernisierung von Heizung und Gebäudehülle den Energiebedarf und damit den CO2-Ausstoß mehr als halbieren könnten.

Zwang und Steuern belasten Verbraucher anstelle Modernisierungen zu befördern

„Modernisierungen sind jedoch nicht für jeden Haushalt finanziell zu stemmen. Zwänge oder Verbote zu erlassen befähigt die Menschen noch nicht, weniger CO2 auszustoßen. Das Gleiche gilt für einen Preis auf eines der Treibhausgase, nämlich Kohlendioxid – die sogenannte CO2-Steuer. Von solchen Forderungen werden vor allem die Verbraucher hart getroffen, die an ihrer Heizung oder ihrer Situation als Autopendler nicht viel ändern können“, gibt Funke zu bedenken. Zu diesem Schluss kommt auch das Institut der deutschen Wirtschaft aus Köln. In seinem Kurzbericht (49/2019) rechnet es vor: „Ein zusätzlicher CO2-Aufschlag von 180 Euro, wie teilweise für 2030 vorgeschlagen (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, 2019), würde beispielsweise die [bereits erhobene] Steuer auf Heizöl fast verneunfachen […]. Damit würde sich die Heizrechnung eines unsanierten Einfamilienhauses von 160 Quadratmetern Größe mit einem Ölverbrauch von 20 Litern pro Quadratmeter um über 1.500 Euro im Jahr erhöhen.“ Durch diese Mehrausgaben könnten Verbrau­cher umso weniger in die Modernisierung ihres Eigenheims oder in sparsamere Fahrzeuge investieren.

Übersichtliche Modernisierungs-Förderung und CO2-neutrale Produkte wie E-Fuels helfen Verbrauchern

Für Modernisierungen im und am Gebäude gibt es Förderungen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Von der Komplexität der Förderprogramme sind die Eigenheimbesitzer häufig überfordert. VEH-Geschäftsführer Funke erinnert: „Die Vereinfachung des Fördersystems für Modernisierungen rund um das Haus steht seit langem auf der politischen Agenda. Die steuerliche Absetzbarkeit von Heizungsmodernisierungen steht sogar zum wiederholten Male im Koalitionsvertrag. Nur getan hat sich dazu noch nichts.“ Dabei setzen Förderungen die Anreize, die bei Entscheidungen für die eine oder andere Heizung den Ausschlag für das klimafreundlichere, oft aber auch teurere System geben können.

 

Neben der Modernisierungsförderung muss auch die Entwicklung und Markteinführung neuer Technologien von politischer Seite unterstützt werden. Dafür dürfen einzelne Technologiepfade wie flüssige Energieträger nicht vorzeitig abgeschnitten werden, bspw. durch Ölheizungsverbote. „Wenn Gebäude und Heizung weitmöglichst modernisiert sind, kann der verbleibende Bedarf an Heizöl über E-Fuels gedeckt werden“, so Funke. E-Fuels sind aus erneuerbarem Strom produzierte Kraftstoffe, die bei ihrer Verbrennung nur so viel CO2 freisetzen, wie sie vorher gebunden haben. Diese Brenn- und Kraftstoffe können als Teil des Energiemix der Zukunft bisher nicht gelöste Fragen der Wärmewende und der Verkehrswende beantworten.

 

Eine Möglichkeit, bereits mit konventionellem Heizöl klimaneutral zu heizen, sind CO2-Kompensationsprogramme. Einige Händler bieten an, die bei der Verbrennung des erworbenen Heizöls entstehende CO2-Menge durch Investitionen in Projekte, die CO2 binden, zu kompensieren. Die Emissionen werden also bspw. durch Wiederaufforstungen in ausgewählten Regionen der Welt wieder ausgeglichen. Dies hat gegenüber der Vermeidungsstrategie den Vorteil, dass neben dem Klima auch die Natur geschützt wird.

 

„Grundsätzlich gilt es, für die vielen unterschiedlichen Gebäude jeweils passende, klimaneutrale Wärmelösungen zu finden. Der VEH steht daher für eine technologieoffene Debatte und Förderpolitik im Sinne einer erfolgreichen und akzeptierten Energiewende“, fasst Funke zusammen.

Preise für Heizöl gesunken – VEH empfiehlt: Rechtzeitig bevorraten!

Neben den Abgaben auf Heizöl wie die Mineralöl- und Mehrwertsteuer bestimmt vor allem der Rohölpreis die Höhe des Heizölpreises. Dieser sinkt im August, nachdem im Juli Preisaufschläge zu verzeichnen waren.
„Die geopolitischen Unsicherheiten schürten die Angst vor Angebotsverknappungen. Der Handel reagiert dann mit Risikoaufschlägen. Auslöser waren die festgesetzten Tankschiffe in der Straße von Hormus und der Konflikt zwischen dem Iran und den USA über das Atomabkommen“, erklärt Funke. Diese Aufschläge wurden im August durch die negative Einschätzung der Weltkonjunktur bereits mehr als ausgeglichen. Ein Liter Heizöl kostet aktuell deutlich unter 70 Cent pro Liter bei Abnahme einer 3.000 Liter-Partie - rund 10 Prozent weniger als vor einem Jahr.

 

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